Kartenpuder – was ist das und wie wird er verwendet?

am Dez 2, 2019 in Tipps & Tricks, Wissenswertes

Jeder Zauberkünstler weiß, wie wichtig die Oberflächenbeschaffenheit einer Spielkarte ist – nur durch eine qualitativ hochwertige Oberfläche und durch gute Gleiteigenschaften werden saubere Kartenfächer und exakte Shuffles möglich. Sobald die Spielkarten einen bestimmten Abnutzungsgrad erreicht haben ist ganz schnell bemerkbar, wie schwierig es wird, damit noch exakt zu arbeiten. Im Regelfall wirft man die Karten dann weg und nimmt ein neues Päckchen – zur heutigen Zeit sind gute Karten nicht mehr teuer und ein regelmäßiger Austausch der Karten ist somit kein Problem. Was ist allerdings, wenn es sich um spezielle Trickkarten bzw. Gimmicks mit besonderem Druck oder besonderer Präparation handelt?  In so einem Fall bleibt oftmals nur die einzige Möglichkeit, die Karten wieder aufzubereiten – und genau das funktioniert mit Kartenpuder bzw. Fanning-Powder. Kartenpuder wird allerdings nicht nur zum Wiederaufbereiten von alten Karten benutzt – ganz im Gegenteil, denn viel häufiger noch wird Kartenpuder von Kartenprofis zum Vorpräparieren von Spielkarten verwendet. Die Anwendungsbereiche von Kartenpuder lassen sich wie folgt zusammenfassen: Zum Wiederaufbereiten von benutzten / abgenutzten Spielkarten. Die abgenutzte und ungleichmäßige Oberfläche wird wieder aufbereitet und die Karten erlangen die ursprünglichen Gleiteigenschaften zurück. Zum Aufbereiten minderwertiger Spielkarten – oftmals ist das nötig, wenn man für einen Effekt einen bestimmten Kartentyp (z.B. wegen des Rückenmusters) benötigt, welcher allerdings kein gutes Oberflächenfinish besitzt. Mit dem Kartenpuder können so auch Spielkarten mit ursprünglich schlechten Gleiteigenschaften und minderwertigem Oberflächenfinish relativ gut gleitfähig gemacht werden. Bei Effekten mit mehrfachen oder unterteilten Rau-Glatt-Präparationen. Je kleiner die Raupräparation an einer Spielkarte ist, desto schwieriger wird es, die Karten richtig zu beherrschen. Daher werden zusätzlich zur Rau-Präparation die übrigen Stellen oftmals mit Kartenpuder behandelt. Hierdurch werden die unpräparierten Stellen noch glatter wodurch sich die Differenz des Reibungskoeffizienten zwischen rauen und glatten Stellen erhöht. So wird das Kartenspiel besser handhabbar. Doch was genau ist Kartenpuder eigentlich und wie wird es angewendet? Zwar gab es in der Vergangenheit ein paar verschiedene Arten von Kartenpuder, jedoch hat sich davon nur eine einzige Art durchgesetzt – der Grund hierfür liegt auf der Hand: es war nicht nur die preiswerteste Lösung sondern zugleich auch die Beste. Die Rede ist von „Zinkstearat“ – nahezu jedes im Handel angebotene Kartenpuder besteht zu 100% aus Zinkstearat. Zinkstearat ist eine Chemikalie die u.A. als Stabilisator für Kunststoffe (z.B. PVC) verwendet wird. Stearate sind im allgemeinen Salze der Stearinsäure und werden auch als „Metallseifen“ bezeichnet… was aber für die Anwendung in der Zauberkunst eher unwichtig ist. Wichtig für den Umgang  ist allerdings, zu wissen worauf mach achten muss. Zwar ist Zinkstearat nicht wirklich giftig und bisher sind keine nennenswerten Gefahren für den menschlichen Körper bekannt, trotzdem sollte diese Chemikalie nicht in die Augen oder in Atemwege gelangen; Reizungen wären die Folge. Unbedingt vermeiden sollte man größere Staubbildungen, denn wie man es von der bekannten „Mehlstaubexplosion“ kennt, kann es auch bei dichter Aufnebelung von Zinkstearat zu einer Staubexplosion kommen – dabei kann u.U. schon ein Funke aus einer statischen Aufladung ausreichend sein, um die Staubpartikel zu entzünden (übrigens: bei der Verbrennung entstehen giftige Dämpfe). Nun zur Anwendung von Kartenpuder bzw. Zinkstearat: Die Arten der Anwendung sind unterschiedlich – je nachdem ob man ein gesamtes Kartenspiel präparieren möchte oder nur eine kleine Stelle auf einer Spielkarte präpariert werden soll. Wenn gleich ein komplettes Kartenspiel mit Kartenpuder präpariert werden soll, so funktioniert das am einfachsten wie folgt: man nehme eine Papiertüte (z.B. vom Bäcker) und blase diese vollständig auf. Dann werden die Karten in die Tüte hinein geworfen und eine Messerspitze Kartenpuder darauf verteilt. Anschließend wird die Papiertüte verschlossen und ca. eine Minute lang leicht geschüttelt bis sich der Kartenpuder gleichmäßig über alle Karten verteilt hat. Danach wird geprüft, ob die Spielkarten die gewünschten Gleit-Eigenschaften aufweisen und falls nicht, kann die Prozedur ggf. wiederholt werden, so lange bis die Karten perfekt sind. Wenn hingegen nur bestimmte Teilbereiche der Karten präpariert werden sollen, so wird zunächst ein Stofftuch (z.B. Stofftaschentuch) benötigt. Das Tuch wird auf dem Tisch ausgebreitet und etwas Kartenpuder wird in die Mitte des Tuches gelegt. Dann wird das Tuch so zusammengefaltet, dass sich daraus praktisch eine Quaste ergibt, in welcher sich der Kartenpuder befindet (es werden also einfach die Ecken des Tuches nach oben genommen und der untere Teil in dem sich der Puder befindet wird zu gedreht). Mit dieser Quaste kann man die betroffenen Stellen betupfen und somit den Puder einfach und gleichmäßig auftragen. Wie schon weiter oben erwähnt, ist immer darauf zu achten, Staubbildung zu vermeiden. Am besten sollte die Anwendung, egal ob mit Tüte oder mit Quaste, ausschließlich im Freien oder in gut belüfteten Räumen passieren. Sollte einmal etwas Kartenpuder auf eine falsche Stelle gelangen (z.B. bei Rau-Glatt-Präparationen auf den rauen Bereich), so lässt sich der Kartenpuder mit etwas Spiritus wieder weg wischen. Abgesehen davon sollte man bei der Anwendung von Kartenpuder immer auf die richtige Dosierung achten. Lieber zu wenig verwenden und dann einfach mehrmals nachpräparieren als gleich eine zu große Dosis zu verwenden und dadurch eventuell die Karten für immer zu zerstören. Kartenpuder ist im gut sortierten Zauber-Fachhandel erhältlich (z.B. bei SteMaRo-Magic.de). Alternativ kann man sich das Zinkstearat auch im Chemikalienhandel beschaffen, erfahrungsgemäß kosten Kleinmengen unter 10 Kilo dort jedoch meist erheblich mehr als über den...

Theorie-Workshop: Das Zusammenstellen einer Zaubershow

am Nov 5, 2019 in Tipps & Tricks, Wissenswertes

Nach dem Einüben seiner Kunststücke steht man als Zauberkünstler meistens vor einer viel größeren Aufgabe als dem Erlernen eines neuen Griffes oder dem Einprägen des Skripts. Denn dann geht es darum, das erlernte Material sinnvoll zu einer zusammenhängenden Show zu verbinden. Natürlich kann man seine Kunststücke einfach aneinander reihen, doch dann hat man nicht automatisch ein tolles Programm. Die Grundzüge einer gut strukturierten Zaubershow beleuchten wir in diesem Theorie-Workshop.   Welcher Charakter bin ich auf der Bühne?   Diese Frage muss sich jeder Zauberkünstler stellen, bevor er mit dem Zusammenstellen seiner Show anfängt. Bin ich Comedy-Zauberer wie Bill Malone oder ein ernster Mentalist wie Jan Becker? Oder vielleicht bin ich auch einfach nur ich? Jedem Zauberer muss klar sein, welcher Charakter er auf der Bühne ist bzw. welchen er spielt. Auf den Charakter wird schließlich die ganze Show abgestimmt, sowohl die Kunststücke als auch das Skript. Ein mysteriöser Mentalmagier wird kaum Mouth Coils aus seinem Mund ziehen, genauso wenig wird ein als Clown verkleideter Comedy-Zauberer herausfinden, welcher der Zuschauer an einen lebenden und welcher an einen verstorbenen Angehörigen denkt. Nur mit einem glaubwürdigen Charakter und einer darauf abgestimmten Show können Sie das Publikum auf Ihre Seite bringen.   Auswahl der Zauberkunststücke   Zuerst muss man sich folgende Fragen stellen: Was will ich überhaupt zeigen? Welche Kunststücke sind meine stärksten? Welche Kunststücke passen am besten zu meinem Charakter? Binden die Kunststücke das Publikum mit ein? Habe ich zu jedem Kunststück eine unterhaltsame Präsentation parat? Abwechslung bei den gezeigten Routinen ist ein sehr wichtiger Punkt. Wenn Sie die Gedanken des Publikums zum fünften Mal nacheinander gelesen haben, wird sich auch der letzte Zuschauer langweilen und es besteht zudem das Risiko, dass das Publikum auf die Tricktechnik kommt. Auch die Reihenfolge der Tricks spielt eine wichtige Rolle. Das erste und das letzte Kunststück sollten die stärksten Effekte sein, dazu später mehr.  Ansonsten sollten Sie die Reihenfolge so wählen, dass sich die Effekte in ihrer Wirkung stetig steigern.   Die Eröffnung der Zaubershow   Der erste Eindruck ist auch bei einer Zaubershow entscheidend. Lassen Sie sich vom Gastgeber ansagen, oder starten Sie erst mit einem schnellen Kunststück und stellen sich dann selber vor? Die ersten Minuten müssen auf jeden Fall perfekt sitzen und Ihrem Publikum direkt vermitteln, dass es auch den Rest des Programms noch viel Spaß mit Ihnen haben wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Wahl des Openers von größter Bedeutung – das erste Kunststück, der Dosenöffner Ihrer Zaubershow.   Der rote Faden   Ihre Kunststücke sollten sinnvoll miteinander verbunden sein. Ein einheitliches Thema der Show ist natürlich sehr schön, aber kein Muss. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die gezeigten Tricks gut ineinander übergehen, sei es durch Ihre Präsentation oder durch die Verwendung der gleichen Requisiten. Das ist besonders wichtig für den Spannungsbogen des Programms. Wenn sie die Routinen ohne Überleitung und ohne sinnvolle Reihenfolge aneinander reihen, entstehen Lücken und die Zaubershow wirkt nicht schlüssig.   Der Abschluss der Show   Wie der erste ist natürlich auch der letzte Eindruck Ihrer Show sehr wichtig. Welches Kunststück ist Ihr letztes? Ihr Closer sollte den Zuschauern am stärksten im Gedächtnis bleiben und das Programm zu einem würdigen und eindeutigen Abschluss bringen. Nach Beendigung der Routine muss jedem Zuschauer im Publikum klar sein: Das war das Ende der Zaubershow. Außerdem ist es sehr wichtig, wie Sie sich vom Publikum verabschieden, denn auch das bleibt hängen. Eine Erwähnung Ihres Namens ist hierbei genauso zwingend wie eine Danksagung an das Publikum für die Aufmerksamkeit und die Unterstützung während der Show. Eine gute eigene Zaubershow entwickelt sich natürlich nur über etliche Live-Vorführungen und anschließende Verfeinerungen. Dieser Theorie-Workshop soll lediglich als Einstiegshilfe dienen, alles andere ergibt sich dann durch das Ausprobieren und Lernen von Fehlern („Trial and Error“). Feedback von Zauberkollegen und Laien ist sehr wichtig. Fragen Sie nach Ihrer Zaubershow nach ehrlicher Kritik des Publikums, so können Sie die größten Schwachstellen am schnellsten ausmerzen und wissen sofort, wo Ihr Programm am stärksten ist. Der regelmäßige Besuch bei Zaubershows bekannter Künstler kann natürlich ebenfalls inspirieren und zeigt zugleich, was für Publikum funktioniert und was nicht. Viel Spaß und Erfolg beim Zusammenstellen Ihrer persönlichen...

Der erste Kartentrick nach nur 10 Minuten Übungszeit

am Sep 12, 2019 in Aktuell, Tipps & Tricks

Vor den Erfolg hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt – so oder so ähnlich lautet ein gängiges Sprichwort. In den meisten Fällen trifft dies auch zu, jedoch würde kaum jemand glauben, dass gerade die Kartenzauberei eine Ausnahme darstellt. Tatsächlich gibt es einige Kartentricks, die zwar erstaunlich aussehen und für den Zuschauer ein unergründbares Mysterium darstellen, die jedoch in der Handhabung extrem einfach sind und kaum Übung erfordern. Tricks dieser Kategorie werden als „Selbstgänger“ bezeichnet. Gerade wenn man im Bereich der Zauberei ein Neuling bzw. ein Anfänger ist, können solche einfachen Effekte einen guten Einstieg bieten. Sinn der Sache ist es, dass man schnell ein Erfolgserlebnis hat und auf diese Weise Lust auf mehr bekommt. Und genau auf dieser Idee baut die umfangreiche deutschsprachige DVD namens „Zaubern lernen – Kartentricks für Anfänger“ auf – schon bereits ca. 10 Minuten nach dem Einlegen der DVD sind Sie in der Lage, Ihren ersten Kartentrick vorzuführen. Vorkenntnisse oder eine besondere Begabung sind hierfür NICHT nötig! Diese DVD ist auch ideal als Geschenk für Zauberlehrlinge geeignet. Sie können die DVD unter folgendem Link bestellen:  Zaubern lernen – Kartentricks für Anfänger...

Unterschiedliche Arten der Scotch&Soda-Münze

am Jul 3, 2019 in Tipps & Tricks, Wissenswertes

Bei den Scotch&Soda-Münzen unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Arten – diejenigen mit Magnet und die anderen ohne Magnet. Die Technik und das Einsatzgebiet sind dabei völlig verschieden. Die Scotch&Soda-Münzen mit Magnet sind in so mancher Hinsicht besser als diejenigen ohne Magnet, allerdings kommt dies auch immer auf das Einsatzgebiet an. Generell unterscheiden sich die beiden Varianten (mit und ohne Magnet) wie folgt voneinander: Bei einer Scotch&Soda-Münze mit Magnet werden die beiden Münzen-Teile mittels Magnetkraft zusammen gehalten. Dadurch ist kein großer Kraftaufwand nötig, da sich die beiden Einzelteile praktisch wie von selbst zusammen fügen. Das Trennen der beiden Teile ist relativ einfach und erfordert keinen Kraftaufwand, wodurch es möglich ist, den Effekt mehrmals kurz hintereinander vorzuführen. Bei einer Sotch&Soda-Münze ohne Magnet werden die beiden Münzen-Teile ineinander verklemmt, dazu ist es nötig, die Teile genaue aufeinander zu legen und dann fest zusammen zu drücken. Beim Trennen der Teile ist ein so genannter „Bang Ring“ nötig, die Münze wird darin eingelegt und fest auf den Tisch geschlagen. Dabei fällt der innere Teil der Münze heraus. Die ersten Modelle der Scotch&Soda-Münze hatten keinen Magneten und funktionierten daher mittels Klemm-Passung. Man musste die beiden Teile also fest ineinander drücken und war somit auf Effekte beschränkt, bei welchen man die Münze in der Hand hatte. Das Einsatzgebiet war somit relativ klein. Gute Scotch&Soda-Münzen bzw. die aktuellen Modelle funktionieren mit Magnetkraft und dadurch werden viele neue Effekte möglich. Zum Beispiel ist der Effekt „Münze durch Weinglas“ nur mit einer magnetischen Scotch&Soda-Münze möglich, da man bei diesem Effekt darauf angewiesen ist, dass sich die Münzen-Teile automatisch zusammensetzen. Zu beachten ist allerdings, dass längst nicht jede magnetische Scotch&Soda-Münze auch gleich für diese Art von Effekt (z.B. „Münze durch Weinglas“) geeignet ist, denn für das Gelingen des Effektes ist die Stärke der Magnetkraft ein entscheidendes Kriterium. Ist der Magnet zu schwach, so setzen sich die Einzelteile nicht automatisch zusammen. Wenn die Magnetkraft hingegen zu stark ist, kann es vorkommen, dass die Einzelteile schon beim Einlegen in das Glas ineinander springen was den Trick sofort zerstört. Deshalb sollte man bei einer Scotch&Soda-Münze immer auf Qualität achten und nicht einfach das billigste Modell nehmen. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass die Herstellung einer wirklich guten Scotch&Soda-Münze ein erheblicher Aufwand ist – alleine schon das Anpassen des Magneten ist eine Meisterleistung. Auch die Passung selbst muss genau gemacht werden, da es ja wichtig ist, dass der Übergang zwischen den beiden Münzen-Teilen nur so gering wie möglich und dadurch möglichst unauffällig ist. Scotch&Soda-Münzen aus Fernost können in dieser Hinsicht qualitativ meist nicht mithalten und sind dadurch für viele Effekte nicht geeignet. Eine ganz wichtige Sache, die man bei magnetischen Scotch&Soda-Münzen noch beachten sollte, ist die Empfindlichkeit des Magneten. Technisch ist es möglich, eine magnetische Scotch&Soda-Münze mit anderen magnetbasierenden Effekten zu kombinieren (z.B. Raven, Tesla Neodym Ring usw.). In der Praxis ist hiervon allerdings abzuraten, da es sein kann, dass dabei die Magnetkraft der Scotch&Soda-Münze verändert wird, im schlimmsten Fall wird die Münze zerstört. Aus diesem Grund sollte man andere Magnete von der Scotch&Soda Münze immer entfernt...

Nützliche Tipps zum Pass Trainer Steel Deck

am Mai 2, 2019 in Tipps & Tricks, Wissenswertes

Vor allem den XCMlern aber auch vielen Kartenkünstler wird der Pass Trainer von Hondo ein Begriff sein. Ein Set aus 8 spielkartengroßen Stahlplatten macht es extrem schwer, die „sonst so einfachen Techniken“ auszuführen – nicht alles was mit Spielkarten funktioniert, gelingt auch mit den schweren Stahlplatten und genau darin liegt die Herausforderung und somit auch das Übungspotential. Die Übungseinheiten gehen meist jedoch mit einer erheblichen Geräuschentwicklung einher. Klar – wenn man mit den Stahlplatten hantiert, dann reiben und schlagen diese aneinander und genau das hört man dann eben auch. Eine hervorragende Lösung hierfür hat Herr Michael J. Ingold gefunden – dank seiner Idee ist es möglich, die Geräuschentwicklung auf ein Minimum zu reduzieren und zugleich auch noch ein paar weitere Vorteile zu erhalten. Und so funktioniert die Verbesserung des Steel Decks: Die Stahlplatten werden zunächst mit Klebeband / Isolierband umwickelt. Am besten jede Platte mit einer anderen Farbe (farbiges Isolierband erhält man für wenig Geld in jedem Baumarkt). Das beseitigt metallisches Klappern beim Üben und macht die Platten optisch unterscheidbar. Anschließend werden an beiden Seiten der Platten normale Spielkarten aufgeklebt – entweder vollflächig mit Klebstoff oder mittels transparentem Klebefilm über die markierten Stellen. Das macht die Stahlplatten optisch erheblich schöner und gleichzeitig hat man beim Üben immer die original Kartenoberfläche. Nun hat man einen Pass Trainer, der kaum mehr klappert und der die gleiche Oberfläche besitzt wie die favorisierten Papierkarten. Gleichzeitig sind die einzelnen Platten optisch auch noch unterscheidbar. Dies ist vor allem bei Techniken bei welchen die Reihenfolge der Karten eingehalten werden muss von sehr großem Vorteil. Kurz gesagt – man erhält für ein paar Minuten Bastelarbeit und ein paar Euros folgende Vorteile: kein Klappern mehr / geräuscharmes Training bessere Haptik / original Kartenoberfläche optische Unterscheidbarkeit der Platten durch verschiedene Farben. Vielen Dank an Michael J. Ingold für die Erfindung und für die...

Zauberseil – was ist das und worauf kommt es an?

am Apr 1, 2019 in Tipps & Tricks, Wissenswertes

Zur Grundausstattung eines Zauberkünstlers gehört fast immer ein Zauberseil. Je nachdem welche Seiltricks man damit vorführt, kann man ohne Verschleiß arbeiten oder auch eine Unmenge davon verbrauchen. Aber was genau ist Zauberseil? Grundsätzlich könnte man zum Zaubern jedes Seil und jede Schnur verwenden, zumindest theoretisch. In der Praxis ist das jedoch ganz anders – ein gutes Zauberseil muss ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um gut handhabbar zu sein: Schneideigenschaften: Ein gutes Zauberseil muss leicht zu Schneiden sein. Keinesfalls darf es passieren, dass das Seil nach dem ersten Scherenschnitt noch nicht durchtrennt ist. Der Zauberkünstler muss sich darauf verlassen können, dass er das Zauberseil mit einem Schnitt vollständig durchtrennt. Durchmesser: Ganz wichtig ist es, dass das Zauberseil dick genug ist, um auch auf weitere Distanz gut sichtbar zu sein. Nur wenn die alle Zuschauer das komplette Seil problemlos sehen können, kann der Trick seine ganze Wirkung entfalten. Es sollte allerdings auch nicht zu dick sein, da es sonst schon wieder schwer schneidbar ist. Griffigkeit: Das Zauberseil muss gut zu greifen sein, dazu darf es auf keinen Fall glatt sein. Das Seil, welches die oben genannten Eigenschaften am allerbesten erfüllt, ist ein weich geflochtenes Baumwollseil. Am beliebtesten ist in der Zauberszene dasjenige mit einem Durchmesser von 8mm. Zwar gibt es auch Zauberseil mit einem Durchmesser von 6mm oder 10mm, jedoch spielen diese nur eine untergeordnete Rolle. Die Art der Flechtung wirkt meist nur auf die Optik aus, im „Handling“ merkt man zwischen 8-fach geflochtenem und 10-fach geflochtenem Seil keinen großen Unterschied. Nicht nur Geschmackssache hingegen ist die Farbe. Zwar kann es sein, dass auf bestimmten Hintergründen farbige Seile besser sichtbar sind, allerdings werden Farbige Seile vor dem Färben gebleicht, was u.U. die Faser etwas spröder macht und somit die Schneidfähigkeit geringfügig beeinflusst. Daher greifen viele Profis zu Seil aus naturbelassener Baumwolle. Ein häufig anzutreffendes Problem ist, dass sich beim Zauberseil an den Enden die einzelnen Fasern aufdrehen und ausfransen. Hierzu gibt es einige professionelle Lösungen, die besten drei sind: einfach die Enden mit Tesafilm umwickeln – schnell und unkompliziert. oder: die Enden sauber abschneiden, dann in Holzleim tauchen und mit den Fingern zusammendrücken. Nach dem Aushärten des Leims sind die Enden fest und robust. wer auf verklebte Enden verzichten möchte, der kann die Enden auch ausfransen und anschließend mit einer Häkelnadel in das Innere des Zauberseil stopfen (Die Tasache, dass Zauberseile innen Hohl sind, erleichtert dies ungemein). Für manche Seiltricks ist es nötig, Präparationen am Zauberseil vorzunehmen. Zum Beispiel werden oft Magnete eingebaut. Aber auch Schraubverschlüsse kommen manchmal zum...