Vergleich: Papierkarten oder Plastikkarten

Von am Mai 14, 2010 in Wissenswertes

Manuel Seidl Share On GoogleShare On FacebookShare On Twitter

Was ist besser, Papierkarten oder Plastikkarten? Die Antwort auf diese recht pauschale Frage hängt ganz davon ab, für welchen Zweck man die Karten benötigt. Sowohl in der Zauberkunst als auch im einfachen Kartenspiel haben beide Karten-Arten jeweils Vor- und Nachteile.

Was zunächst auf den ersten Blick auffällt ist, dass Kunststoffkarten im Gegensatz zu Papierkarten kein Oberflächenfinish besitzen. Das bedeutet, dass eine Kunststoffkarte durch und durch aus Plastik besteht und weder lackiert noch beschichtet ist. Für den Zauberkünstler kann dies vor allem dann ein Nachteil sein, wenn die Karten für Ziertechniken wie Kartenfächer und Kartenbänder eingesetzt werden sollen, denn ein gleichmäßiges Auffächern oder ausbreiten ist mit Plastikkarten aufgrund des fehlenden Oberflächenfinishes nahezu unmöglich. Zwar haben bei weitem auch nicht alle Papierkarten ein gutes Oberflächenfinish, wenn man jedoch auf den Marktführer in Sachen Zauberkarten baut und die Bicycle 808 Karten verwendet ist man ideal gerüstet.

Bei schnellen Riffelmischtechniken ist man indes mit den Kunststoffkarten klar im Vorteil, denn beim Riffelmischen kommt es weniger auf das Oberflächenfinish und dafür mehr auf die Spannung und Elastizität der Karte an – in beidem kann eine Papierkarte nicht annähernd mit einer Plastikkarte mithalten.

In Sachen “Verschleiß” punkten ebenfalls die Plastikkarten, denn bei normaler Anwendung ist i.d.R. kein Verschleiß vorhanden; die Karten können also bei sachgemäßer Handhabung nahezu unendlich eingesetzt werden. Bei Spielkarten aus Papier ist das anders, denn diese greifen sich mit der Zeit ab und verfärben sich. Außerdem franst das Papier u.A. bei Riffelmisch-Techniken nach einiger Zeit aus.

Im Kartenspieler-Bereich werden Plastikkarten recht häufig eingesetzt. Der Grund hierfür ist, dass man diese nicht so einfach zinken kann. Falschspieler drücken manchmal mit dem Fingernagel einen kleinen Knick in die Ecke einer Karte um diese dann in den darauf folgenden Spielrunden bei den Mitspielern wieder erkennen zu können. Eine Papierkarte ist dabei relativ einfach markierbar, eine Plastikkarte hingegen ist aufgrund der hohen Elastizität sehr widerstandsfähig… um einen Knick (im der Fachsprache “Crimp”) in eine Kunststoffkarte zu drücken, ist schon ein erheblicher Kraftaufwand erforderlich – so ganz nebenbei und absolut unauffällig eine Plastikkarte zu markieren, dürfte daher für den durchschnittlichen Möchtegern-Falschspieler problematisch sein.

Im Kartenzauber-Bereich zählen indes andere Faktoren: Viele Zaubertricks basieren darauf, dass eine Karte beschriftet, unterschrieben oder zerrissen wird – all das ist nur mit einer Papier-Karte gut möglich, denn Kunststoffkarten nehmen keine Farbe auf wodurch die Schrift verwischt und das Zerreißen ist bei Kunststoff generell nicht durchführbar.

Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist der Preis. Wo man gute Papierkarten z.T. schon für unter 2 Euro bekommt, muss man für ein Päckchen Plastikkarten manchmal sogar über 10 Euro auf den Tisch legen.

Zusammenfassend kann man also festhalten, dass sowohl Spielkarten aus Papier als auch Plastikkarten eine Daseinsberechtigung haben und je nach Einsatzgebiet mal mehr und mal weniger sinnvoll sind.