Die Geschichte der US Playing Card Co

am Sep 28, 2017 in Wissenswertes

Die US Playing Card Company ist weltweit der größte und zugleich der bekannteste Hersteller von Spielkarten. Wer sich auch nur ein klein wenig mit Zauberei beschäftigt oder sich für hochwertige Spielkarten interessiert, der kommt an diesem Hersteller kaum mehr vorbei. In vielen Kasinos sieht man Karten der Sorte „Bee“ und in nahezu jedem amerikanischen Haushalt sowie auch in vielen Filmen sind die bekannten Bicycle-Karten zu finden. Und genau wie diese Karten, so blickt natürlich auch der Hersteller auf eine lange, traditionsreiche Geschichte zurück. Alles begann im Januar 1867: A. O. Russell, Robert J. Morgan, James M. Armstrong und John F. Robinson Jr. bildeten eine Partnerschaft und kauften von den Eigentümern des „Cincinnati Enquirer“ den Druckereibereich, der sich in der ersten und zweiten Etage in der College Street 20 in Cincinnati, Ohio befand. Das Unternehmen startete mit dem Firmennamen „Russell, Morgan & Co.“, den beiden Druckern in der Partnerschaft. In der College Street druckte man Theater- und Zirkusposter, Plakate und Etiketten. Im Jahre 1872 waren die Geschäfte dermaßen angestiegen, dass man größere Räumlichkeiten suchen musste und im November 1872 zog man dann in ein neues, vierstöckiges Gebäude in der Nähe der Race Street in Downtown Cincinnati. Anfang 1880: Mr. Russell schlug seinen Partnern vor, in die Herstellung von Spielkarten einzusteigen, ein Industriezweig, der sich im Monopol einiger East Coast Unternehmen befand. Die Partner waren einverstanden und man erweiterte das Gebäude um zwei Etagen, d.h. insgesamt nun ein sechsstöckiges Gebäude. Es wurden eigens für Russell, Morgan & Co. viele neue Maschinen entworfen und gebaut. Das erste Kartenspiel war am 28. Juni 1881 fertig. Ca. 20 Mitarbeiter fertigten ab diesem Zeitpunkt 1600 Packungen pro Tag. 1891: Aus „Russell, Morgan & Company“ wurde „The United States Printing Company“ (USPC). Bereits drei Jahre später (1984) hatte sich das Spielkartengeschäft in solch einem Maße entwickelt, dass man es aus der Printing Company ausgliederte. Es entstand „The United States Playing Card Company“ (USPCC). Die United States Playing Card Company verschaffte sich sofortige Vorteile durch den Erwerb anderer namhafter Unternehmen: die Standard Playing Card Co. (Chicago), die Perfection Card Co. (New York) und New York Consolidated Cards (NYCC). Die Vorgeschichte von NYCC geht auf das Jahr 1833 zurück, als Lewis I. Cohen seine Vierfarbendruckpresse für Spielkarten perfektionierte. Die berühmten „Bee“ Spielkarten, die heute noch von USPCC vertrieben werden, entstanden bei New York Consolidated in 1892. Der Joker Der Joker ist eine amerikanische Erfindung ungefähr aus dem Jahre 1865 mit unterschiedlichem Erscheinungsbild auf den Bicycle Karten. Der erste Joker stellt einen Mann auf einem Hochrad dar, später auf einem normalen Fahrrad. Dann folgte eine Reihe von Spielkarten-Königen auf Fahrrädern. Diese Radfahrer radeln an einem Meilenstein mit der Markierung „808“ vorbei. Entgegen mancher Meinungen hat diese Zahl keine mystische Bedeutung. Sie ist lediglich eine Referenznummer zur Unterscheidung anderer Marken des Unternehmens (wie z. B. „606“). Die Statue der Freiheit Auf dem Pik Ass befindet sich ein anderer Code, mit dem das Druckjahr des Decks erkennbar ist. Das Ass-Symbol zeigt innen eine Frau, deren rechte Hand auf einem Schwert und einem Schild ruht, während sie in der linken Hand einen Olivenzweig hält. Das Design wurde inspiriert von der Skulptur „Statue of Freedom“ des amerikanischen Bildhauers Thomas Crawford, die auf der Kuppel des Kapitols in Washington, D.C., im Jahre 1865 angebracht wurde. 1900: Die United States Playing Card Company musste erneut expandieren und zog von Downtown Cinicinnati in eine neu erbaute Fabrik in Nordwood mit einer Gesamtfläche von ca. 55.000 Quadratmeter. Alleine die Produktionsanlage verfügte über ca. 15.000 Quadratmeter an Produktionsfläche. Der Glockenturm Ein Neo-Romanischer Glockenturm (4 Stockwerke hoch) wurde 1926 oben auf dem 4-stöckigen Hautgebäude des Unternehmens errichtet. In diesem Turm befand sich ein Glockenspiel mit 12 Glocken, in einer Größe von ca. 20 cm bis hin zu 2 Meter. Dies war das erste Glockenspiel, das für den Rundfunk gebaut wurde. Das Glockengeläute war elektronisch mit der Radiostation WSAI verbunden, die von der United States Playing Card Company von 1922 bis 1930 betrieben wurde und sich auch im USPC Gebäude befand. Das Hauptanliegen des Radiosenders war, das Bridgespiel durch Bridgeunterricht per Radio zu fördern. Damals gab es keine Begrenzung der Reichweite des Radiosenders und die Übertragung von WSAI war so klar und stark, dass sie bis nach Neuseeland reichte. WSAI wurde dann letztendlich in den 1930er Jahren an die Crosley Radio Corporation verkauft. Der 2. Weltkrieg Während des 2. Weltkrieges arbeitete das Unternehmen geheim mit der US Regierung zusammen, um spezielle Kartendecks herzustellen, die als Geschenk an die amerikanischen Kriegsgefangenen in deutschen Lagern geschickt wurden. Wenn man diese Karten befeuchtete, lösten sie sich voneinander und offenbarten Kartenausschnitte mit exakten Fluchtwegen. USPCC stellte während des Krieges auch so genannte „Spotter“ Karten her, die die charakteristischen Formen von Panzern, Schiffen und Flugzeugen der mächtigeren Länder abbildeten. Das Unternehmen half auch beim Nähen von Fallschirmen für Antipersonen-Splitterbomben. Das Pik Ass Das Pik Ass erfüllte einen berühmten Zweck im Vietnamkrieg. Im Februar 1966 schrieben zwei Leutnants der „C“-Kompanie, 2. Bataillon, 35. Regiment, 25. Infanterie-Division an die United States Playing Card Company und baten um Decks, die nichts anderes als das Bicycle Pik Ass enthalten sollten. Die Karten waren bei der psychologischen Kriegsführung nützlich. Der Viet Cong war sehr abergläubisch und hatte große Angst vor diesem Pik Ass. Dies ist zurückzuführen auf die ehemalige Besatzung Indo-Chinas durch die Franzosen. Beim französischen Wahrsagen mit Karten prophezeite das Ass Tod und Elend. Der Viet Vong hat sogar die Freiheitsstatue (Lady Liberty) als Göttin des Todes angesehen. USPCC...

Was ist eigentlich aus der Firma Modern Magic Arts geworden?

am Jun 14, 2016 in Aktuell, Wissenswertes

Der bekannte Zauberrequisiten-Lieferant mit dem Namen „Modern Magic Arts“ wird vor allem denjenigen noch ein Begriff sein, die schon längere Zeit in der Zauberszene aktiv sind. Modern Magic Arts war über 25 Jahre lang einer der größten Requisiten-Lieferanten Deutschlands. Bekannt wurde die Firma unter Anderem durch die Herstellung einzigartiger Zauber-Requisiten die allesamt in Deutschland exakt nach den Kundenwünschen gefertigt wurden. Modern Magic Arts wurde von Claudio Fellini (Profizauberkünstler) in dem Ort Ailertchen gegründet und erfolgreich aufgebaut (später zog Modern Magic Arts nach Boppard um). Schon nach wenigen Jahren konnte Claudio Fellini mit seinem Team die Firma Moden Magic Arts fest in der Zauberszene etablieren und durch den so genannten „EMS – European Magic Service“ erweitern. Die qualitativ hochwertigen Maßanfertigungen wurden ab diesem Moment europaweit und später sogar weltweit verschifft. Die Produktionshalle sowie der Maschinenpark wurden ständig erweitert und neue Konstruktionen wurden entworfen und angefertigt. Claudio Fellini hatte zahlreiche exklusive Produktionsrechte sowie die Rechte an viele Routinen inne und durch einen eigenen Dolmetscher wurden die Routinen für mehrere Länder verfügbar gemacht. Und Claudios Routinen waren sehr gefragt, denn sie stammten immer aus der Praxis und wurden von ihm selbst während seiner Auftritte exakt wie beschrieben angewandt und vorgeführt. Nachdem Claudio Fellini aus persönlichen Gründen seine Firma nicht mehr weiter führen konnte, wurde die Firma Modern Magic Arts sowie der EMS – European Magic Service im Jahr 2008 durch SteMaRo-Magic.de aufgekauft. Übernommen wurden in diesem Zuge sowohl die komplette Ware und der gesamte Maschinenpark als auch die Produktionsrechte und Routinen von Claudio Fellini. Die Internet-Domain (www.modern-magic-arts.de) die damals zum Onlineshop von Claudio Fellini führte, wurde in diesem Zuge zu SteMaRo-Magic.de umgeleitet, damit die Stammkunden von Modern Magic Arts nicht „ins Leere laufen“. Stefan Rothneiger (Geschäftsführer der Firma SteMaRo-Magic.de) über die Übernahme der Firma Modern Magic Arts: „Claudio Fellini hat tolle Arbeit geleistet! Was er mit der Firma Modern Magic Arts sowie mit dem European Magic Service erschaffen hat ist ganz beachtlich. Die vielen zufriedenen Kunden weltweit sind ein klarer Beweis für die Qualität von Ware und Service. Es freut mich sehr, dass wir dieses Werk nun weiter führen können. Eine Übernahme der Firma Modern Magic Arts war auch eine ideale Gelegenheit unser Sortiment und unsere Produktion zu erweitern. Außerdem hat Claudio eine beachtliche Menge an Literatur angesammelt die aus zahlreichen längst vergriffenen Büchern und Manuskripten besteht – hierauf lag für mich, als Bücher-Freund, auch ein ganz besonderes Interesse um unsere Firmeneigene Bücherei zu ergänzen. Letztendlich musste ich nicht lange überlegen, als Claudio mir ein Angebot zur Übernahme seiner Firma machte. Sein Kundenservice und die Warenqualität entsprachen genau meinen Vorstellungen und alles passte genau zur Firmenphilosophie von SteMaRo-Magic. So war klar: Hier werde ich investieren!“ Zwischenzeitlich sind einige Jahre vergangen und viele Standard-Artikel von Modern Magic Arts sind regulär und allzeit über SteMaRo-Magic beziehbar. Dabei stammen einige aus der hauseigenen Fertigung. Viele weitere Artikel werden von anderen Herstellern in Lizenz für den internationalen Markt gefertigt. Ein paar der exklusiven Fellini-Artikel wurden in sehr kleinen, stark limitierten Sonderauflagen nachgefertigt – diese waren dann ausschließlich bei SteMaRo-Magic erhältlich und meist binnen weniger Stunden...