Kunststoffkarten im Härtetest

Von am Mai 8, 2010 in Wissenswertes

Anna van Lengen Share On GoogleShare On FacebookShare On Twitter

Was halten Kunststoffkarten so alles aus? Diese Frage war Anlass für einen umfangreichen Praxistest. Verwendet wurden unterschiedliche Karten von verschiedenen Herstellern. Während des Tests wiesen alle Karten – unabhängig vom Hersteller – nahezu die gleichen Eigenschaften auf. Der Test lief wie folgt ab:

  1. Dauerpokern – Ziel war es, so lange zu pokern, bis die Karten einfach nicht mehr zu Gebrauchen sind. Als die Kunststoffkarten nach einem langen und intensiven Pokerabend noch immer wie neu aussahen, wurde abgebrochen… beim normalen Pokerspiel lassen sich Kunststoffkarten nicht zerstören, so viel lässt sich sagen.
  2. Waschen – Zunächst ein Test in warmem Wasser… die Kunststoffkarten werden wieder blitzblank und fühlen sich wie frisch an. Also wurde der Test verschärft und die Karten wurden in der Hosentasche einer Jeans in der Waschmaschine gewaschen… auch das haben die Karten einwandfrei überstanden. Also wurde der Test noch einmal um eine Stufe verschärft und die Karten wurden in einen Geschirrspüler gepackt. Auch den Geschirrspüler haben die Kunststoffkarten überstanden, allerdings sind die Karten diesmal etwas verformt; zwar nur so minimal, dass man es an einer einzelnen Karte nicht bemerken kann, allerdings genug, als dass die Karten im Stapel einfach nicht mehr sauber liegen (der Kartenstapel hat lauter kleine Lücken).
  3. Biegen – Zunächst wurden die Karten locker um 90° gebogen und einen Tag lang in dieser Haltung eingespannt. Diesen Test überstanden die Karten ohne jegliche Verformung. Im nächsten Schritt wurden die Karten einmal komplett umgeklappt – also um 180°, auch das ist kein Problem für die Kunststoffkarten, allerdings nur kurzfristig, denn nach ca. einer Stunde in dieser Haltung nehmen die Karten langsam eine leichte Krümmung an.
  4. Zinken – Der alte Falschspieler-Trick, bei dem ein kleiner Knick in die Ecke der Karte gebogen wird, um diese später beim Mitspieler wieder zu erkennen, klappt zwar bei den Kunststoffkarten auch, allerdings ist dafür schon ein erheblicher Kraftaufwand nötig (bei Papierkarten hingegen genügt ein kleiner Druck mit dem Fingernagel, um die Karte zu markieren).
  5. Witterung – die Kräfte der Natur scheinen an Kunststoffkarten nahezu spurlos vorüber zu gehen, bis auf die Sonnenstrahlung. Diesmal wurden die Kunststoffkarten im Freien platziert und sich selbst überlassen. Angefangen im Winter, war zunächst wochenlang trotz Frost und Feuchtigkeit nichts zu erkennen. Mit dem Frühling kam dann allerdings auch die Sonne und somit der stärkste Feind der Kunststoffkarte. Anfangs war nur eine leichte Verfärbung des Kunststoffes zu erkennen, aber die Karten blieben dennoch brauchbar. Als schließlich die ertsen starken Sonnentage kamen und erhebliche UV-Strahlung auf die Karten einwirkte sah man wie die Karten von Tag zu Tag spröder wurden und schließlich nach kurzer Zeit brüchig und somit unbrauchbar wurden.

Insgesamt schneiden alle Kunststoffkarten bei diesem Test sehr gut ab – dennoch gibt es ein Manko: Wenn man eine Kunststoffkarte fest auf den Tisch knallt oder an die Wand wirft, kann diese splittern. Egal wie elastisch eine Kunststoffkarte auch ist, sobald diese etwas fester gestaucht wird, bricht sie auseinander. Fairerweise muss man dazu aber auch sagen, dass eine normale Papierkarte durch eine derartige Stauchung ebenso zerstört wird, daher kann man diese Tatsache nicht als Nachteil werden – aber es ist gut, es zu wissen; vor allem wenn man beim Pokern einen Mitspieler hat, der die Karten gerne etwas fester auf den Tisch schlägt.