Die Magie des Lernens – was wir uns von Zauber-Profis abschauen können

Von am Nov 5, 2015 in Tipps & Tricks, Wissenswertes

Julia Wertheim Share On GoogleShare On FacebookShare On Twitter

Über die Jahre hinweg sammeln wir viel Wissen und viele Fähigkeiten an.  Auf Manches spezialisieren wir uns, werden zu sogenannten Experten, Profis und wahren Größen. Die Gefahr besteht, dass wir dann meinen, schon alles zu wissen, alles zu können. Und aufhören, uns weiterzuentwickeln und uns immer wieder zu hinterfragen. Ein Zustand, den es zu vermeiden gilt. Nimmt er uns doch die Möglichkeit, unseren Horizont zu erweitern und bereichernde Erlebnisse zu machen. Lebenslanges Lernen ist die Devise – egal ob Profi oder Anfänger auf egal welchem Gebiet.

 

Schüler oder Profi?

 

Als Magier wähnt man sich irgendwann am Ziel: ein Kartentrick erreicht scheinbare Perfektion, eine Routine klappt seit Jahren im Schlaf, das Publikum bricht bei jedem Trick in Begeisterung aus. Man denkt, die magischen Geheimnisse entschlüsselt zu haben. Ein trügerischer Rückschluss. Denn selbst dann gibt es Illusionisten oder Zauberkünstler, die noch etwas besser sind, von denen man sich noch ein Scheibchen abschneiden kann. Klingt entmutigend? Demotivierend? Keineswegs! Vielmehr sollten wir es als Chance ansehen, wieder einmal über uns hinauswachsen zu können. Statt niedergeschlagen zu sein, sollten wir die Möglichkeit ergreifen und uns weiter verbessern, unsere Fähigkeiten schärfen. Jemand ist besser als wir? Sehen wir es als das was es ist: Eine persönliche Bereicherung. Etwas, das uns antreibt, weiter zu lernen.

 

Die Freude am Lernen

 

Schon in der Schule hören wir vom lebenslangen Lernen. Damals kam es uns noch vor wie eine unheilvolle Drohung. Wie ein Fluch, der auf uns lastet. Heute sollten wir einsehen, dass es stimmt. Wir sind nie richtig “fertig”. Wir sind nie der einzig wahre Spezialist, nie der Beste der Besten. Nichts ist endgültig, wir können und sollten uns immer wieder verändern. Wir sollten bewusst Menschen suchen, die besser sind, die uns neue Perspektiven aufzeigen können und damit neue Impulse setzen. Aktiv in die Herausforderung gehen: das bedeutet für Zauberkünstler, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Was macht ein Kollege anders? Wie baut er einen Zaubertrick auf, den ich seit Jahren ebenfalls vorführe? Welche Aspekte sind dort wichtig? Wie geht mein großes Idol vor?

Verabschieden wir uns von dem Gedanken, irgendwann unser Ziel erreicht zu haben. Suchen wir lieber immer wieder nach Menschen die etwas noch besser machen als wir – und nutzen wir die Chance, davon zu lernen und unseren Horizont zu erweitern. Nur so werden wir selbst immer besser in dem, was wir tun.